Am Mittwoch, den 25. März 2026, besuchte der neu ordinierte Apostel Daniel Habich die Gemeinde Oberderdingen. In diesem Gottesdienst wurde dem jüngsten Gemeindemitglied das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet.
Als Grundlage des Gottesdienstes verwendete der Apostel das Bibelwort aus Hesekiel 11, Vers 19-20: „Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“
Ein neues Herz – Gottes Gebote als Weg zum Leben
Der Apostel führte aus, dass Gott den Gläubigen durch die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung ein „fleischernes“ Herz schenke. Dies zeige sich darin, dass die Gebote Gottes nicht als Einschränkung, sondern als Orientierung für ein gelingendes Leben verstanden werden.
Der Geistliche erläuterte, dass sich dieses neue Herz im Alltag widerspiegele: Im Vertrauen auf Gott auch ohne vollständiges Verstehen, in echter Nächstenliebe, in gelebter Demut nach dem Vorbild Jesu sowie im Wunsch, im Glauben zu wachsen. Auch das Einssein der Gemeinde wurde betont. Dieses bedeute nicht, in allen Punkten gleicher Meinung zu sein, sondern sich gemeinsam auf das Wesentliche auszurichten. Unterschiede könnten überwunden werden, wenn Christus als gemeinsames Ziel im Mittelpunkt stehe.
Als Frucht eines solchen Lebens zeige sich eine tiefe Gemeinschaft mit Gott, die sich in einer spürbaren Nähe zu ihm äußere. Um auf diesem Weg zu bleiben, seien der Gottesdienst, die Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl als wichtige Hilfen unabdingbar.
Der Bischof ergänzte in seinem Predigtbeitrag, dass ein fleischernes Herz notwendig sei, um Gottes Gebote in rechter Weise zu halten. Ohne die Liebe bestehe die Gefahr, dass Glaube zu reiner Pflichterfüllung oder Fanatismus werde. Entscheidend sei daher, dass die Gebote aus einem von Liebe erfüllten Herzen heraus gelebt werden.
Sakrament der Heiligen Versiegelung
Im Laufe des Gottesdienstes spendete der Apostel einem Kind die Gabe des Heiligen Geistes. Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Gläubige unter Handauflegung und Gebet eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes empfängt und ein Gotteskind mit der Berufung zur Erstlingsschaft wird. (Heilige Versiegelung).
Als Einleitung zu dieser sakramentalen Handlung richtete der Apostel einige Worte an die Eltern des Kindes. Er verdeutlichte, dass die Liebe von Eltern zwar kaum zu übertreffen erscheine, die Liebe Gottes jedoch noch darüber hinausgehe. Mit der Versiegelung eröffneten die Eltern ihrem Kind die Möglichkeit, in besonderer Weise von dieser göttlichen Liebe erfüllt zu werden. Zugleich sprach er den Eltern die Gewissheit zu, dass ihr Kind durch die Gabe des Heiligen Geistes im Leben stets begleitet werde. Auch dort, wo menschliche Möglichkeiten an ihre Grenzen kämen, werde Gott Trost, Orientierung und Hilfe schenken, sodass das Kind in allen Lebenslagen geführt werde.
Der Gottesdienst wurde vom Chor der Gemeinde musikalisch umrahmt.