Am Sonntag, 28. Januar 2024 feierten die Jugendlichen des Kirchenbezirks Bretten/Bruchsal einen gemeinsamen Jugendgottesdienst in der neuapostolischen Kirche Bruchsal. Bischof Jörg Vester, stellvertretender Leiter des Apostelbereichs Karlsruhe, verwendete die Worte aus Matthäus 20,32 als Grundlage des Gottesdiensts: „Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll?“.
Um den vorgelesenen Bibeltext in den biblischen Kontext zu stellen, erfolgte zu Beginn eine Bibellesung aus Matthäus 20,29-34.
Bischof Vester ging zunächst darauf ein, dass die Blinden, nachdem sie wieder sehend waren, nicht ihres Weges gingen, sondern Jesu gefolgt sind. Es wäre ein Leichtes gewesen, all das zu tun, was sie blind nicht tun konnten. Sie haben sich aber für die Nachfolge entschieden.
Die beiden Blinden riefen Jesus und ließen sich nicht von den anderen Menschen um sie herum zum Schweigen bringen. Die Blinden riefen nur noch lauter, da sie Erwartungen an Jesus hatten. Die anderen haben den Blinden nicht gegönnt, mit Jesus in Kontakt zu kommen. Hier stellte der Bischof die Frage an die jugendlichen Christen, ob diese ihrem Nächsten gönnen, die Liebe Gottes zu spüren. Die Liebe Gottes ist nicht begrenzt und muss nicht aufgeteilt werden. Niemand muss sich Sorgen machen, dass er oder sie nicht genug Liebe abbekommen könnte.
Ein weiterer Punkt der Predigt war, dass es auch möglich ist, nicht ganz blind zu sein, sondern nur verschwommen zu sehen. Auch hier bietet Jesus Hilfe an. Oftmals wird an einer weißen Wand nur der schwarzen Punkt gesehen, anstatt die große weiße Fläche. Jesus fokussiert sich nicht auf den Fehler. Er spricht ihn ab, aber sieht auch die große weiße Fläche. Ein Beispiel hier ist Petrus. Jesus sah die Unvollkommenheit, hat sich aber darauf nicht fokussiert. Jesus bleibt also nicht am schwarzen Punkt hängen. Wir wollen auch das Große und Ganze sehen und uns nicht an den wenig unvollkommenen Dinge aufhalten.
Der Sohn Gottes frägt nach, was die Blinden wollen. Dabei erscheint es logisch, sie wollten gesund werden. Dies ist ein Hinweis, dass Gott alles gesagt werden kann, auch wenn er es bereits weiß. Es darf auch um irdische Dinge und Sorgen gebetet und Jesus vorgetragen werden. Häufig wird das Bild von Braut und Bräutigam im Bezug auf die Wiederkunft Jesus verwenden. Wenn Menschen verliebt sind und heiraten, versuchen sie einander zu gefallen. Das soll bei den Christen beim lieben Gott auch so sein. Es ist aber auch wichtig, sich hierbei nicht zu verstellen, weil es dann keine dauerhafte Beziehung sein kann. Wenn gemerkt wird, dass eine Veränderung notwendig ist, dann können die Jesus um Kraft für diese Veränderung bitten.
Am Ende des ersten Predigtteils wünschte der Bischof den Jugendlichen, dass sie die irdischen Sorgen dem lieben Gott sagen können und auch den Blick für die geistigen Inhalte haben. Der Bezirksapostel hat gesagt: Beten wirkt nicht immer sofort aber es wirkt und das sollen die jugendlichen Christen spüren.
Zur weiteren Ausgestaltung der Predigt wurde Priester Heiko Schick an den Altar gerufen. Dieser legte den Fokus zunächst darauf, dass Jesus nicht nur ein Heiler war sondern auch sehr schlau. Es steht geschrieben, dass die Blinden sehend wurden. Hier ging es nicht nur um das Augenlicht, sondern auch um das Sehen mit dem Herzen. Der Bezirksjugendleiter nahm Bezug auf die Andacht, die die Jugend im Dezember durchgeführt hatte, unter dem Motto: schön dich zu sehen. Jesus nachfolgen heißt auch versuchen mit dem Herzen zu sehen und so zu sehen wie Jesus gesehen hat, nämlich tiefer. Christen sollen sich um ihren Nächsten kümmern und fragen, wie es ihm/ ihr geht.
Ein weiterer Predigtbeitrag wurde vom stellvertretenden Bezirksvorsteher Daniel Habich gebracht. Dieser ging unter anderem auf die Frage ein, was sich gewünscht wird, wenn man einen Wunsch frei hat. Hierzu gibt es für ihn einige Kriterien:
Nach der Aufzählung der Kriterien bleibt nur noch ein Wunsch übrig, nämlich dass Herr Jesus bald kommt.
Im Anschluss an die Predigtbeiträge wurde die Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl gefeiert.
Danach wurde der langjährige Bezirksjugendleiter des Kirchenbezirks Bretten/Bruchsal, Priester Heiko Schick, von seiner Aufgabe entbunden. Es waren sehr emotionale Augenblicke, da der Priester sieben Jahre lang für die Jugend tätig war und sich mit viel Herzblut dieser Aufgabe gewidmet hat.
Der Gottesdienst wurde musikalisch von dem gemischten Jugendchor und Orchester umrahmt.