Der am 23. Oktober 2025 im Mitteilungs- und Amtsblatt Sulzfeld veröffentlichte Pressebericht zur Zusammenführung der Kirchengemeinden Sulzfeld und Eppingen.
Hinter unserer Neuapostolischen Kirchengemeinde liegt eine bewegte Woche. Vergangenen Donnerstagabend erfolgte im Wege eines besonderen Gottesdienstes die Entwidmung des Neuapostolischen Kirchengebäudes in der Hahngrundstraße. Eine Kurzchronik zur Geschichte der Neuapostolischen Gemeinde in Sulzfeld, die Gemeindevorsteher Müller im Gottesdienst auch vorlas, finden Sie im Innenteil dieses Amtsblattes. Im Namen unserer Gemeinde habe ich der Neuapostolischen Kirchengemeinde die besten Wünsche für die Zusammenführung mit der Neuapostolischen Kirchengemeinde Eppingen zu einer Gemeinde überbracht, die im Rahmen eines Gottesdienstes am vergangenen Sonntagmorgen erfolgte, zu der 1. Bürgermeisterstellvertreter Marco Keller zu Gast war. Als Gemeindevorsteher der neu gebildeten Gemeinde Eppingen wurde Priester Leonhardt ernannt. Ich wünsche unserer Neuapostolischen Kirchengemeinde ein gesegnetes Zusammenwachsen und alles Gute für die Zukunft.
Kurzchronik der Neuapostolischen Gemeinde Sulzfeld
Mitte der 1920er Jahre begannen Glaubensbrüder aus Bretten damit, in Sulzfeld auf die neuapostolische Kirche hinzuweisen. Zunächst konnte ein Raum im Ort gemietet werden, um Gottesdienste und Andachten zu halten, doch dieser wurde kurze Zeit später wieder gekündigt. Die Wende kam im Jahr 1928 mit dem Kauf einer Bäckerei durch ein junges neuapostolisches Ehepaar. Die Backstube diente künftig als Versammlungsraum und die Brüder aus Bretten konnten in der Hauptstraße 54 regelmäßig Gottesdienste halten. Die Zahl der Gläubigen nahm permanent zu und am 1. Januar 1930 wurde Sulzfeld eine selbständige neuapostolische Gemeinde. Erster Vorsteher war Priester Erwin Böckle aus Rinklingen. Er wurde von den Diakonen Karl Lehmann und Karl Müller unterstützt.
Die Nachbargemeinden Mühlbach und Zaisenhausen gehörten auch damals schon mit zum Arbeitsbereich und beim Zeugnisbringen fehlten selbst die Schwestern nicht. Die Geschwister mussten sehr viel Spott über sich ergehen lassen und es war in jener Zeit nicht einfach, den Glauben zu leben. Trotz Anfeindungen wuchs die Mitgliederzahl stetig und der vorhandene Raum reichte bald nicht mehr aus. Nachdem Karl Klein ein Wohnhaus mit Nebengebäuden in der Kürnbacher Straße 2 gekauft und die Werkstatt entsprechend umgebaut hatte, konnte 1932 das neue Kirchenlokal durch Apostel Hartmann seiner Bestimmung übergeben werden. Rudolf Schöntag trat die Nachfolge von Erwin Böckle an und diente der Gemeinde über ein Jahrzehnt als Eiferer im Glauben. Durch die politische Entwicklung ab dem Jahre 1933 gab es manch heftigen Glaubenskampf.
Im Jahr 1942 übernahm Wilhelm Schöntag für nahezu drei Jahrzehnte die Aufgabe als Vorsteher der Gemeinde Sulzfeld voranzugehen. Nach dem Krieg gab es vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren eine segensreiche Entwicklung. Deshalb wurde 1958 in der Hahngrundstraße eine neue Kirche gebaut, in welcher ab diesem Zeitpunkt auch überregionale Gottesdienste zunächst per Postkabel, heute via Satellit nach Sulzfeld übertragen werden. Am 20. Januar 1974 trat Priester Gerhard Kaupp die Nachfolge des zuvor verstorbenen Wilhelm Schöntag an. In den 25 Jahren seines aktiven Schaffens fanden über einige Jahre auch regelmäßig Gottesdienste in der Grundschule Zaisenhausen statt und in der Nachbargemeinde Mühlbach wurde regelmäßig Zeugnis gebracht. Während der Renovierung und Erweiterung des Kirchengebäudes im Jahre 1980 diente die Aula der Hauptschule Sulzfeld der Gemeinde als Ausweichquartier. Seit dem 17. September 2000 ist Gemeindeevangelist Manfred Müller Vorsteher in Sulzfeld. Er folgte in dieser Aufgabe Matthias Nägele, der nach der Ruhesetzung von Gerhard Kaupp am 3. Oktober 1999 für rund ein Jahr der Gemeinde vorstand.
Zum Jahresende 2010 wurde die Gemeinde Kürnbach aufgelöst und einige Glaubensgeschwister haben sich in vorbildlicher Weise in die Gemeinschaft mit den Sulzfeldern integriert und engagiert in die Gemeindearbeit eingebracht. Heute zählt die Gemeinde Sulzfeld 104 Mitglieder, davon sind ca. 40 % aktiv. Aktuell dienen in der Gemeinde 5 ehrenamtliche Amtsträger. Seit einiger Zeit besteht eine sehr gute Kooperation mit der Nachbargemeinde Eppingen. Im Hinblick auf den demographischen Wandel und dem damit einhergehenden Generationenwechsel haben sich die Gläubigen der Gemeinden Sulzfeld und Eppingen nach eingehenden Beratungen und Überlegungen für eine Gemeindefusion in Eppingen entschieden. Im Glauben und Vertrauen auf Gott blicken die Glaubensgeschwister der neuen Gemeinde freudig auf die Wiederkunft Jesu Christi.
Quelle: Mitteilungs- und Amtsblatt Sulzfeld
Ausgabe: 23. Okt. 2025
Rubrik: Ihr Bürgermeister informiert
Bild und Text: Simon Bolg
Text Kurzchronik: Gemeindevorsteher Müller